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ARGENTINIEN EXPORTIERT WIEDER MEHR RINDFLEISCH
11.08.09 - Argentinien hat im Juni deutlich mehr Rindfleisch exportiert, nachdem die Regierung aufgrund des großen inländischen Angebots die Ausfuhrbeschränkungen erleichterte. Insgesamt exportierte das
südamerikanische Land laut der Tiergesundheitsbehörde Senasa im Berichtsmonat 48.984 t frisches und verarbeitetes Rindfleisch und somit gut 10.000 t mehr als im Mai. Zugleich ist es das höchste monatliche Exportvolumen in diesem Jahr. Der Wert der Juniausfuhren wird mit 108 Mio USD beziffert im Vergleich zu 73 Mio USD im Mai. Im ersten Halbjahr lieferte Argentinien 254.000 t Rindfleisch im Wert von 833 Mio USD ins Ausland gegenüber 164.000 t im Wert von 659 Mio USD im Vorjahreszeitraum. Wichtigster Abnehmer von frischem Rindfleisch in den ersten sechs Monaten war Russland gefolgt von Chile, Venezuela und Israel.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Rindfleischexporte auch in den kommenden Monaten auf einem hohen Nivau bleiben werden. Denn die Regierung hat die Exporteure zu Lieferungen ins Ausland ermutigt, um Exportzölle und Währungszuflüsse zu generieren. Erst am Donnerstag hatte Produktionsministerin Debora Giorgi weitere Exporterleichterungen angekündigt. Mussten die Rindfleischexporteure bislang 65% ihrer Produktion im Inland anbieten, seien es jetzt nur noch 30%. Auch müssen die Konzerne nicht länger die teuren Teilstücke für den Inlandsmarkt zurückhalten, die sie im Exportgeschäft bevorzugen.
Darüber hinaus profitierten die argentinischen Exporteure von der hohen Produktion im ersten Halbjahr. Infolge von Dürre und Regierungspolitik verkleinerten die Rancher auch weiterhin ihre Viehherden. Zwischen Januar und Juni 2009 sind laut der Rindfleischkammer Ciccra fast 8 Mio Stück Vieh geschlachtet worden, ein Plus von mehr als 15% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Rind-
fleischproduktion belief sich im ersten Halbjahr 2009 auf 1,7 Mio t, was einem Plus von 16% gegenüber dem ersten Halbjahr 2008 entspricht.
Die hohen Wachstumsraten seien auch eine Folge der niedrigen Schlachtzahlen des Vorjahres, als es einen landesweiten Farmstreik gegeben hatte, erläuterte Ciccra. Die derzeitigen monatlichen Schlachtzahlen seien besorgniserregend und nicht aufrecht zu erhalten. Sie seien vor allem eine Folge der Tötung von Zuchtvieh. Weibliche Tiere machten nahezu die Hälfte des Schlachtviehs aus. Das seien deutlich mehr Tiere als nötig sind, um die Größe der Viehherden konstant zu halten. Im ersten Halbjahr sei die Viehzahl bereits um 5% auf fast 58 Mio Tiere gesunken und solle sich noch auf 55 Mio Tiere bis zum Jahresende verringern, so Ciccra. Im Jahr 2010 sollen dann die Auswirkung der sinkenden Viehzahlen am Fleischmarkt zu spüren sein und zu einem knapperen Angebot und höhe-ren Rindfleischpreisen führen.
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