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Die Jungbullenpreise enttäuschen

28.10.2009 - Recht enttäuscht sind die Bullenmäster derzeit von der Entwicklung der Jungbullenpreise. Ein niedriges bzw. stagnierendes Preisniveau während der Sommermonate ist den bekannten saisonalen Effekten geschuldet. Da ist Schweine- oder Geflügelfleisch für den Grill mehr gefragt, schreibt Dr. Frank Greshake von der Landwirtschaftskammer NRW im aktuellen Wochenblatt Westfalen-Lippe. Normalerweise erhole sich die Rindfleischnachfrage aber nach den warmen Sommermonaten.
Dies ist laut dem Berater aber derzeit nicht der Fall, und es sehe augenblicklich nicht danach aus, als würde sich daran gravierend etwas ändern.

Der Jungbullenabsatz in Richtung Südeuropa erreicht mengen-wie preismäßig längst nicht mehr das Niveau früherer Jahre und Jahrzehnte, erklärt Greshake weiter. Bayerische Bullenmäster müssten sogar mit Enttäuschung feststellen, dass sie nicht einmal mehr das Preisniveau Nordrhein-Westfalens erreichen. „Die Hoffnung auf einen boomenden Export muss man wohl langfristig begraben.“ Aber auch der Binnenmarkt komme nicht voran. Wie bei vielen anderen Produkten heißt es auch hier: Billig ist gefragt. Die Edelteile vom Rind finden zu dem benötigten Preisniveau einfach keinen Absatz.

Bullenmäster müssen jetzt zu schlechteren Preisen verkaufen
Mittlerweile steigen die Schlachtzahlen wieder, da viele Bullenmäster im Sommer nur die schwersten Tiere geschlachtet und auf Besserung der Preise im Herbst gehofft hatten. Entsprechend sind jetzt die Schlachtgewichte hoch und erreichen zum Teil bisher nicht bekannte Höchstmarken.

„Bei Rindfleischaktionen des Lebensmitteleinzelhandels werden Rinderfilets derzeit für 17 Euro statt für 27 Euro verramscht und das Roastbeef wird ebenfalls für kleine Preise abgegeben“, beklagt Greshake. Hinzu komme das übliche Theater auf den Weltmärkten. Der Euro ist teuer. Die Russen halten sich wie beim Schweinefleisch mit dem Import von Rindfleisch zurück. Brasilien hatte sich aufgrund der Auseinandersetzung bezüglich der Veterinärauflagen durch die EU auf den russischen Markt konzentriert und muss nun feststellen, dass die geplanten Mengen dort nicht abzusetzen sein. Derzeit wird die Keule nach Informationen des Kammerberaters in Europa für 4,50 Euro/kg angeboten, während deutsche Schlachtunternehmen bei einem Erlös für einen R3-Bullen von 3 Euro/kg Schlachtgewicht mindestens 6 Euro/kg für vergleichbare Ware benötigen. „Entsprechend bedient sich unser Lebensmittelhandel wieder verstärkt bei südamerikanischer Importware und unsere Jungbullenpreise stehen unter Druck.“ Dazu kommt die Konkurrenz mit dem Kuhfleisch. Der Rückgang der Schlachtkuhpreise in den vergangenen Wochen hat natürlich zusätzlichen Preisdruck in diesem Segment ausgeübt. Und nicht zuletzt springen viele Verbraucher wieder zum jetzt günstigen Schweinefleisch über, schreibt der Experte im Wochenblatt.


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