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GEMEINSAMES DACH FÜR DEN DEUTSCHEN AGRAREXPORT
16.04.09 - Die Konturen der künftigen deutschen Agrarexportförderung zeichnen sich allmählich ab. Bei einem Treffen vergangene Woche im Bundeslandwirtschafts-ministerium erklärten maßgebliche Verbände der Agrar- und Ernährungswirtschaft; an dem auch der Bundesverband Vieh und Fleisch teilgenommen hat, ihre grundsätzliche Bereitschaft, ihre Aktivitäten auf den internationalen Märkten zu koordinieren. Den institutionellen Rahmen soll ein zentrale sektorübergreifende Plattform bilden, die nach den Worten des Exportbeauftragten vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Gerd Müller, "schlank, effektiv und von der Wirtschaft getragen" sein muss. Ein Konzept für eine solche Organisation, die laut Müller nicht mehr als drei bis fünf Mitarbeiter umfassen soll, sowie deren Finanzierung soll eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Wirtschaft unter Leitung der Geschäftsführerin des Verbandes der Fleisch-wirtschaft (VDF) bis Ende Mai 2009 vorlegen. Müller geht davon aus, dass die Plattform noch vor der Sommerpause arbeitsfähig sein wird und die Branchen dafür die notwendigen finanziellen Voraussetzungen schaffen. Vom Bundeslandwirtschaftsministerium soll es gegebenenfalls eine Anschubfinanzierung geben. "Wir brauchen einen zentralen Ansprechpartner für den deutschen Agrarexport", betonte der Staatssekretär. Darüber hinaus seien die einzelnen Branchen gefordert, ihre jeweilige Exportstrategie zu professionalisieren. Müller: "Es gibt Branchen, die bereits hervorragend in diesen Wachstumsmärkten operieren, aber es gibt auch Branchen, die bisher kein strategisches Exportkonzept haben." Die derzeitige Umbruchsituation biete die Chancen zu einer Neupositionierung, die es zu nutzen gelte. Der Staatssekretär kündigte erneut eine stärkere Unterstützung des deutschen Agrarexports seitens des Bundeslandwirtschaftsministeriums an. Gleichzeitig warnte er jedoch vor zu hohen Erwartungen. Man werde die bislang von der Wirtschaft zur Verfügung gestellten Mittel von 23 Mio Euro der Centralen Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) für Auslands-marketing von Seiten des Staates nicht ausgleichen können.
"Das Bundesministerium hat seine Hausaufgaben gemacht" betonte Müller. Zum einen werde man für die Jahre 2009 und 2010 einige der wichtigsten Messebeteiligungen der CMA weiterführen. Zum an-deren werde der Haushaltsansatz und das zuständige Personal in den wichtigsten Wachstumsmärk-ten wie China, den Asean-Staaten und Indien aufgestockt. Konkret stellte der Staatssekretär in Aus-sicht, die Zahl der Agraratttachés auf 20 aufzustocken und eine Anschubfinanzierung für den Erhalt von fünf bis sechs Stellen von CMA-Mitarbeitern in Übersee zu leisten. Danach soll die Wirtschaft in die Pflicht genommen werden. Weitere Maßnahmen des Bundeslandwirtschaftsministeriums, die in einem 10-Punkte-Plan zusammengefasst sind, betreffen die Fortführung und Erweiterung des Akti-onsplans Exportförderung um neue Regionen und weitere Produkte, einen Ausbau des Ressortangebots an Unternehmerreisen, Exportförderveranstaltungen und Marktanalysen, ein verbessertes Internetangebot des Bundeslandwirtschaftsministeriums im Bereich Exportförderung sowie eine verbesserte Einbindung der Unternehmen in die Außenwirtschaftsförderinstrumente anderer Bundesressorts. Schließlich sollen auch die internationalen Projektaktivitäten des Landwirtschaftsministeriums verstärkt für die Exportförderung genutzt werden.
Die zentrale Plattform soll als Verein oder GmbH organisiert und der gesamten deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft offen stehen. Neben den großen Branchen wie der Fleischwirtschaft, der Milchindustrie und der Süßwarenindustrie sollen beispielsweise auch der Gartenbau und die Landtechnikindustrie Interesse bekundet haben. Daher bleibt abzuwarten, ob der bisherige Arbeitstitel der Plattform, "German Food", Bestand haben wird. Müller sprach von einem gemeinsamen Auslandsauftritt deutscher Unternehmen unter dem Dach "Made in Germany". Teilnehmer des Treffens im Bundeslandwirtschafts-wirtschaftsministerium waren unter anderem die Präsidenten und Vorsitzenden der Bundesvereinigung der deutschen Ernährungsindustrie (BVE), des Bundesverbandes Vieh und Fleisch, der Arbeitsgemeinschaft der Rinderzüchter (ADR) und der Agrargruppe im Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft, die Geschäftsführungen der Verbände von Fleisch- und Milchwirtschaft, der Süßwarenindustrie, des Gartenbaus oder der Geflügelwirtschaft sowie hochrangige Vertreter weiterer Verbände wie Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Raiffeisenverband (DRV) und Bundesver-band Deutscher Pflanzenzüchter (BDP).
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